Über das Stadtwappen
Man schrieb das Jahr 1336, als die königliche Stadt Slaný vom König Johann von Luxemburg ihr Stadtwappen bekam. Es war wirklich ein geschmackvolles und würdevolles Wappen und die Schlaner waren sehr stolz darauf. Ein schiefer Schild in goldener Farbe trug einen Löwen mit zwei Schwänzen und einer Krone auf dem Kopf. Über dem Schild war ein geschlossener Helm mit einem mit goldenen Sternen besetzten Schleier und einem mächtigen mit Lindenblüten und -blättern geschmückten Adlerflügel.
Unter der Herrschaft Karls des IV. bauten die Schlaner auf dem Markt ein schönes Rathaus und über seinem Eingang platzierten sie ihr Stadtwappen. Vor dem Rathaus auf dem geräumigen Platz fand der Markt statt, den oft Kaufleute aus anderen Städten besuchten. Im „Ungelt“ bei einem Glas Bier aus der Schlaner Brauerei, diskutierten oft die Fremden mit den Einheimischen.
„Ihr habt ein schönes Wappen", sagte einmal ein Kaufmann aus Litoměřice, „aber wir haben ein besseres. Wir haben auch einen Löwen im Wappen wie ihr, aber man kann nur eine Hälfte von ihm sehen, weil wir vor ihm Schanzen mit Zinne und Tor mit einem Goldgitter haben."
„Wir haben auch Schanzen mit einem Tor und dazu noch zwei Türme.“sagten die Einwohner Rakovníks, „und statt des geschlossenen Helms haben wir einen geöffneten.“ Da meldete sich ein Spötter: „Die Schlaner sind Krautjunker, den geschlossenen Helm tragen die Ritter im Kampf, wenn sie auf der Stute sitzen.“
Da haben sich die Schlaner sehr geärgert und sogar auch gerauft. Später fingen sie allerdings an zu überlegen, dass ihr Wappen zu einfach ist. Am meisten tat ihnen aber der geschlossene Helm Leid…
Inzwischen starb Karl der IV. und die Herrschaft übernahm der junge Wenzel IV… Wenzel war ein leidenschaftlicher Jäger und jagte oft in den Wäldern um Smečno. Mit seinem lustigen Gefolge verbrachte er ganze Tage bei der Jagd und dann begab er sich in die nächste Stadt. Wenn ihm eine gute Jagdbeute gelang, war er sehr gut gelaunt und erfüllte gerne die Wünsche der Leute, die ihn um etwas baten. Auf diese Gelegenheit warteten auch die Schlaner. Sie haben vereinbart, dass sie den König bei seinem ersten Besuch bitten werden, das Wappen zu ergänzen und den geschlossenen Helm zu ändern… Schließlich kam der große Tag….
Es war ein schöner Tag im August, als ein Königbote kam und meldete, dass am nächsten Tag der König mit seinem zahlreichen Gefolge in ihre Stadt kommt.
Die Schlaner begannen sich zu beeilen. Alle bemühten sich, die Stadt möglichst schön für den König zu machen. Man putzte und räumte überall auf, die Häuser wurden mit Blumen und Fahnen geschmückt.
Am besten geschmückt war das Rathaus. Rund um den Eingang baute man ein Holzgerüst und bedeckte es mit Reisig und in die Stirnfläche platzierte man das Wappen. Die Schöffen trafen sich zu einer wichtigen Beratung: "Wer wird den König begrüßen und sagt ihm den sehnlichen Wunsch der Bürger?"
Der damalige Primas war Herr Vaněk Hotmar. Es wurde vereinbart, dass er mit zwei der ältesten Schöffen den König vor dem Tor begrüßt und im passenden Moment um die Ergänzung des Wappens bittet.
Dann begann die größte Qual für den hiesigen Lehrer, der mit den Jungen eine festliche Begrüßung einüben musste. Die Jungen waren sehr undiszipliniert. Einer der größten Gassenbuben war Valentin, der Sohn von Herrn Hotmar. Häufig beschwerte sich der Lehrer über ihn. Herr Primas war jedoch überzeugt, dass er einen außerordentlich begabten und fähigen Sohn hat, und ignorierte Lehrers Klagen. Jetzt entschied er sich, dass er den König darauf aufmerksam machen muss, dass sein Sohn der beste Schüler der Schule ist.
Am nächsten Nachmittag begrüßte der Primas mit den Schöffen den König vor dem Stadttor. Der König war gut gelaunt, saß vom Pferd ab und ließ sich mit ihnen in ein Gespräch ein. Das königliche Geleit ging dann zum Platz. Wenzel sah sich die Stadt mit Interesse an, ab und zu hielt er an, um mit den Bürgern ein bisschen zu plaudern. Herr Vaněk nutzte die Gelegenheit und sagte ihm, was sie auf dem Herzen haben. Der König versprach ihnen das Wappen zu ergänzen. Als er hörte, wie der Vater seinen Sohn lobt, nickte er mit Nachsicht mit dem Kopf.
Auf dem Platz wartete schon der Lehrer mit der versammelten Jugend. Da machte der König ein düsteres Gesicht. Schon von weitem sah er, wie der Lehrer kaum Ordnung halten konnte. Besonders einer von den Jungen benahm sich so schlecht, dass ihn der Lehrer am Kragen kriegte. Die Jungen sangen dem König zur Begrüßung, der König dankte ihnen und sprach mit dem Lehrer.
„Na, lieber Lehrer, bist du mit deinen Schülern zufrieden? Lernen sie gut?“ "Nein, Euer Gnaden, ich bin nicht zufrieden. Sie sind zwar klug und könnten gut lernen, aber sie sind zu unfolgsam", klagte der Lehrer. Welcher von ihnen ist denn der bravste?" fragte Wenzel weiter. Der Lehrer wurde in diesem Moment rot. Neben dem König stand nämlich Herr Vaněk und schaute ihn schräg an. Er konnte doch den Primas nicht verärgern! "Dieser hier." Und weil er Valentin am Kragen hielt, rückte er ihn schnell vor sich. "Wie heißt du denn?" fragte der König weiter und streichelte den Jungen über den Kopf.
"Valentin Hotmar". "Was denn, das ist dein Sohn, Herr Hotmar!", Wenzel wendete sich mit einem ironischen Lächeln an den Primas.
In diesem Moment entriss sich Valentin dem Lehrer und bevor sie etwas machen konnten, war er weg. Alle wurden verlegen. Der König tat, als ob er es nichts gesehen hatte, und ging weiter. Vor dem Rathaus wurde er nach alter böhmischer Sitte mit Brot und Salz begrüßt.
Als er Brot aß, erinnerte er sich an die Bitte Herrn Hotmars und entschied sich, die Stadt für die schöne Begrüßung sofort zu entlohnen. Er erhob den Blick und überlegte, womit er das Wappen ergänzen könnte, aber auf einmal erschrak er. Er erblickte Valentin, der auf das mit Reisig geschmückte Gerüst hinaufstieg. Er saß auf dem oberen Rand des Giebels und versuchte den geschlossenen Helm wegzureißen. Er hörte vom Vater zu Hause, dass er für einen geöffneten ausgetauscht wird. Alle erstarrten und der Primas fiel beinahe in Ohnmacht.
Der König lächelte jedoch und wendete sich zum Stadtrat: "Ich habe von eurem Wunsch gehört, dass ihr euer Wappen ausbessern wollen, und weil ich mich entschieden habe, den besten Schüler zu belohnen, schenke ich euch Valentin in das Wappen. Kontorist, schreib sofort darüber ein Dokument und zeichne das Wappen so, wie du es jetzt siehst, mit Valentin, wie er sich bemüht, den Helm vom Giebel zu beseitigen!"
Niemand wagte es, dem König zu widersprechen. Und so blieb den Schlanern der "Krautjunkerhelm" auf immer, ergänzt mit Valentin.
Městský úřad Slaný, Velvarská 136, 274 01 Slaný, ústředna: 312 511 111, fax: 312 522 771
Stránky vytvořil: Jaroslav Cvrček - Acheta.com, hosting: ČESKÝ WEBHOSTING s.r.o.



