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12. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný

Schlan – Swinarschow – Libuschin – Katschitz – Neubrunn – Burgstätt – Neudorf – Ledetz - Pschelietz

Die Route beginnt am Informationszentrum auf dem Masaryk-Platz (im Gebäude des ehemaligen Piaristenkollegs Nr. 159). Wir nehmen die Masnokrámská-Straße in Richtung Komenský-Platz und passieren die Fortenská- und Záfortenská Straße. Die Smečenská-Straße führt uns aus der Stadt hinaus bis zur Kreuzung Richtung Hrdlív. Von hier setzen wir unsere Wanderung geradeaus nach Smečno fort.

SMEČNO – SMETSCHNO (MUNZIFAY)
Die Geschichte der Feste in Smečno reicht bis Anfang des 13. Jahrhunderts zurück. Im Jahr 1418 kaufte sie Markvart von Martinic. Sein Sohn Bořita ließ die Feste in ein Schloss umbauen. Smečno verblieb bis ins Jahr 1921 hinein im Besitz der Familie von Martinic und Clam-Martinic. Einen weiteren Bestandteil des Schlosses bildet die Annakapelle. Hier findet jedes Jahr stets um den Anna-Tag (am 26. Juli) die Annakirchweih statt. Heute dient das Schloss als Pflegeheim und ist der Öffentlichkeit unzugänglich. Es lohnt sich aber seinen ausgedehnten Schlosspark, der mit vielen Statuen und einer Sala Terrena aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts verziert ist, zu besichtigen. Den Weg zum Schloss schmücken zwei Obelisken aus derselben Zeit. Platzers Statuengruppe Hlgst. Dreifaltigkeit vor dem Schloss stammt aus dem Jahr 1744. Die Kirche Hlgst. Dreifaltigkeit wurde in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet. In die Außenmauern der Kirche sind die Grabsteine der hiesigen Adeligen eingelassen. Gegenüber der Kirche steht das Renaissancegebäude des Dekanats, das am Ende des 16. Jahrhunderts ausgebaut wurde. Die Donatusstatue daneben hatte ihren ursprünglichen Platz in den Feldern unweit von Smečno. Der steinerne Obelisk mit dem Kreuz vor der Schule datiert ins Jahr 1607. Die Statue des Hl. Georg auf dem Platz stammt aus dem 18. Jahrhundert.

SVINAŘOV - SWINARSCHOW
Die Ersterwähnung des Dorfes geht auf das Jahr 1328 zurück. Das Vyšehrader Kollegiatkapitel ließ hier in den Jahren 1328 - 1332 eine Feste ausbauen, die nach der Bauvollendung im Jahr 1332 dem Prager Bürger Fricek Dlouhý verpachtet wurde. In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde die Feste verkauft. Nachdem sie nicht genutzt wurde, ging sie zugrunde. Das steinerne Relief der Pieta wurde in eine blinde Nische des Bauernhofs Nr. 1 eingemauert.

LIBUŠÍN - LIBUSCHIN
Die archäologischen Funde belegen eine verschanzte Ortschaft aus dem 6.-7. Jahrhundert. In alten Sagen kommt diese als Sitz der Fürstin Libuše vor, die die Ortschaft um das Jahr 650 gründete. Sie heiratete hier Přemysl den Pflüger und von hier auch gründete die Stadt Prag. Hiesige Burgstätte wurde im 9.-10. Jahrhundert als Grenzburgstätte zur Abwehr gegen einen Nachbarstamm „Lučané“ (oder „Žatčané“) und als Ersatz-Versammlungsort ausgebaut. Nach der Vereinigung der slawischen Stämme verlor die Burgstätte ihre Verteidigungsfunktion und ging zugrunde. Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde hier die St. Georgkirche errichtet. Auf dem Friedhof steht ein Holzglockenturm, der auf einem achtteiligen Sockel aufgebaut wurde. Der älteste erhaltene Grabstein trägt die Jahreszahl 1644. Die neuzeitliche Geschichte des Dorfes wurde durch die Entdeckung der Kohle geprägt. Die älteste Grube hieß Mayrau-Robert (1874). Später entstanden noch Sv. Jan (St. Johann 1885-1886), Max (1888) und Schöller (1895-1896). Das ursprünglich landwirtschaftliche und handwerkliche Dorf entwickelte sich zu einer großen bergmännischen, handwerklichen und arbeiterlichen Gemeinde, die im Jahr 1919 zur Stadt erhoben wurde. Die neugotische Kirche ist dem St. Prokop, dem Patron der Bergleute geweiht und stammt aus dem Jahr 1908. Die barocke St. Prokopstatue vor der Kirche stammt aus dem Jahr 1730. Das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs wurde im Jahr 1927 errichtet.

KAČICE - KATSCHITZ
Das Dorf wurde im Jahr 1318 erstmals urkundlich erwähnt. Die damalige Feste ließen wahrscheinlich schon die ersten Wladiken von Kačice ausbauen. Aber erst im Jahr 1437 zur Zeit Ctibors von Svojkov wurde sie erstmals schriftlich belegt. Nachdem das Dorf an die Herrschaft Smečno angeschlossen wurde, hörte die Feste auf, ihren Zweck zu erfüllen und ging zugrunde. Sie stand vermutlich auf dem ehemaligen Pflughof. Das Kreuz neben der Dorfkapelle wurde „auf Kosten der Bürger von Kačice zum Andenken an gnadenreichen Sommer des Jahres 1851“ aufgestellt. Die Inschrift des anderen Kreuzes neben der Straße gegenüber dem Haus Nr. 53 ist unlesbar. Die Kapelle stammt gleichfalls aus dem Jahr 1851. Die steinerne St. Blasiusstatue auf dem Dorfplatz war ursprünglich ein Grabstein vom Steinmetzmeister Johann Wolfgang Herstoffer aus dem Jahr 1711. In der Nische des Hauses Nr. 5 steht die beschädigte Hl. Adalbert Statue. Beide Statuen wurden auf dem Waldweg unweit der verschwundenen Ortschaft Německá Lhota (Deutsch-Lhota) gefunden. In Kačice wurden sie im Jahr 1817 aufgestellt. Nördlich von Kačice liegt ein kleines von Wäldern umgebenes Dorf Nová Studnice.

NOVÁ STUDNICE - NEUBRUNN
Das Dorf entstand anstelle des gerodeten Waldes unweit der zwei verschwundenen Ortschaften Svídné und Humniště. Im Jahr 1711 ließ Jiří Adam Bořita von Martinic anstelle des verschwundenen Dorfes und der Feste Humniště den größten Hof der Herrschaft Smečno ausbauen. Der Hof trug seinen Familiennamen Martinice (Martinitz). Auf dem Dorfplatz in Nová Studnice steht eine renovierte Kapelle und eine noch nicht identifizierte Statue - in der Nische des Eckbauernhauses in der Richtung Drnek. Von Nová Studnice nehmen wir den Weg nach rechts Richtung Hradečno mit der daran angeschlossenen Ortschaft Nová Ves (Neudorf).

HRADEČNO - BURGSTÄTT
Anstelle beider Dörfer stand früher eine Burgstätte oder kleine Burg. Das Wasserkastel in Hradečno befand sich inmitten des Tals Hradečno und stellte ein typisches mittelalteriches ländliches Wasserkastel dar. Nach vorübergehender Verödung ließen seine Besitzer das Kastell während des 14. und 15. Jahrhunderts erneuern. Schriftlich erscheint es erstmals am 14. Januar 1523 und später noch im Jahr 1542. Die Ersterwähnung von Nové Hradečno – Nová Ves geht auf das Jahr 1594 zurück. Im Jahr 1749 wurde in Hradečno ein Fachwerkglockenturm ausgebaut. Die Ortschaft Nová Studnice ist Bestandteil der Gemeinde Hradečno. Die Ortschaft entstand in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts neben der Schäferei, die der Familie Clam-Martinic gehörte. Aus derselben Zeit stammt auch die Kapelle auf dem Dorfplatz. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ließ hier Clam von Martinic das Jägerhaus „Wildpark“ errichten. Vom Schloss Smečno zum Wildpark kam die Herrschaft durch eine Allee.

LEDCE - LEDETZ
Die prähistorische Besiedlung belegen die Funde der Hockergräber, in denen die Knochen mit Steinen, Gefäßen, steinernem Meißel und Bernsteinketten umlegt wurden. Freigelegt wurden auch bronzene Gegenstände - ein Meißel, einige Armbänder, eine Aunjetitzer Nadel, einige weitere Nadeln und drei Goldrollen. Das Dorf wurde im Jahr 1400 erstmals erwähnt. Die Kapelle des Hl. Johannes des Täufers auf dem Dorfplatz stammt aus dem Jahr 1782. Im Jahr 1866 wurde sie erweitert und im Neuromanischen Stil umgebaut.
Das Haus Nr. 3 ziert eine steinerne Tafel mit dem Relief der Grablegung Jesu aus dem 16. Jahrhundert. Den barocken Hof Nr. 24 ziert ein Giebel. Erhalten blieb auch sein barockes Tor.

PŘELÍC - PSCHELIETZ
Seine prähistorische Besiedlung wurde durch Freilegung der heidnischen Begräbnisstätte unweit des Dorfes im Jahr 1894 belegt. Das Dorf wurde Anfang 14. des Jahrhunderts erstmals aufgeführt. Die St. Peter und Paulkirche wurde in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet, wobei einige erhaltene architektonische Elemente des romanischen und frühgotischen Stils lassen sich ins 13. oder vielleicht sogar an das Ende des 12. Jahrhunderts datieren. Weitere Erweiterung und Umgestaltung der Kirche erfolgte in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. In der westlichen Ecke des Friedhofs steht ein Holzglockenturm mit steinernem Sockel, vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Wir folgen der Straße Richtung Slaný.

Gesamtlänge: 22,5 km. Der Weg ist für Touristik und Radtouristik geeignet. Die Route führt über die Gemeinde- und Kreisstraßen.
Smečno – Svinařov 2 km
Svinařov – Libušín 2,5 km
Libušín – Kačice 6,5 km
Kačice – Nová Studnice 3 km
Nová Studnice – Hradečno 1,5 km
Hradečno – Nová Ves 1 km
Nová Ves – Ledce 2 km
Ledce – Přelíc 4 km

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