13. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný
Schlan – Dollin - Hobschowitz – Welwarn – Naumeritz – Kamenomost – Losdorf - Podleschin – Knobis - Schlan
Unsere Wanderung beginnt am Informationszentrum auf dem Masaryk-Platz (im Gebäude des ehemaligen Piaristenkollegs Nr. 159). Von hier aus nehmen wir den Weg zum Friedhof und Kloster mit der Kirche der Hlgst. Dreifaltigkeit. Wir gehen durch das Welwarner Tor (Velvarská brána), das um die Jahrhundertwende (13./14. Jh.) erbaut wurde. Dann folgen wir der Na Vinici-Straße, bis wir auf die Winzer- und Fischersäule stoßen. An dieser wandern wir nach links bergab oder setzen wir unseren Weg zum Kreuz fort und folgen der Straße in Richtung Dolín weiter.
DIE WINZER- UND FISCHERSÄULE VON SCHLAN
Es handelt sich um eine Kopie aus der Werkstatt des Bildhauers Václav Nejtek. Die Säule hatte ihren ursprünglichen Platz an der Friedhofmauer in Ovčáry (Owtschar, Schafhütten) unweit der St. Wenzelkirche. Ihr Modell wird im Heimatkundemuseum in Slaný ausgestellt.
DOLÍN - DOLLIN
Das Dorf wurde um das Jahr 1305 von den Schlaner Benediktinern gegründet. Es erschien urkundlich erstmals im Jahr 1325. Aus demselben Jahr stammt auch die Ersterwähnung der hiesigen den hl. Aposteln Simon und Judas geweihten Kirche. Ihr Innenraum wurde im Jugendstil ausgestaltet. Auf dem alten Friedhof neben der Kirche wurde der Schmied, Schriftsteller und Dichter Valerián Pejša beerdigt. Unterhalb der Kirche biegen wir nach links ab, in Richtung Beřovice (Berschowitz). Auf dem Weg meiden wird die Nischenkapelle aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
HOBŠOVICE - HOBSCHOWITZ
Seine Ersterwähnung geht auf das Jahr 1228 zurück, damals verblieb das Dorf im Besitz des St. Georgklosters auf der Prager Burg. In der Pfarrkirche des Hl. Wenzel amtierte ihr erster Pfarrer schon im Jahr 1352. Die ursprüngliche Kirche war turmlos. Sie hatte nur einen Holzglockenturm, die im Jahr 1850 zerfiel. Auf der westlichen Seite wurde dann die Kirche um einen neuen Turm mit drei Glocken erweitert. Die erste Glocke trägt eine tschechische Inschrift mit Jahreszahl 1550, die zweite mit lateinischer Inschrift trägt die Jahreszahl 1423 und die dritte 1663. Im Jahr 1856 wurde die Kirche zur Pfarrkirche erhoben.
MALOVARY
Das Dorf erscheint urkundlich erstmals im Jahr 1302. Es blieb hier die Kirche Allerheiligen erhalten. In einigen Quellen wurde sie auch als Mutter-Gottes-Kirche genannt. Im Jahr 1787 wurde sie von Kaiser Joseph II. aufgelöst. Im Jahr 1792 erfolgte ihre Wiederweihe. Ferdinand Velc beschreibt die Kirche als ein altertümliches romanisches Baudenkmal. Das Dorf ging zugrunde und am Ende des 17. Jahrhunderts wurde als Ortsteil an Velvary (Welwarn) angeschlossen. Das ursprüngliche Tor „Malovarská brána“ in Velvary wurde seit dem Ende des 17. Jahrhunderts als Slánská brána (Das Schlaner Tor) genannt. Im Jahr 1878 wurde es niedergerissen.
Das Wasserkastell Hrádek wurde unter der Herrschaft des Königs Ottokar II. Přemysl ausgebaut. Seine Ersterwähnung geht auf das Jahr 1326 zurück. Damals erwarb das Kastell Bürger Hostík von Budyně (Budin). Bis zum Jahr 1380 verblieb es dann im Besitz der Familie Berka von Dubá (Dauba). Im Jahr 1513 zur Zeit Bohuslavs Chrt von Rtín wurde die Lehnspflicht der Besitzer des Kastells aufgehoben. Im Jahr 1526 wurde Malovary an die Gemeinde Velvary verkauft. Das Wasserkastell Hrádek verödete und während des Dreißigjährigen Kriegs ging zugrunde. Seine Fundamente wurden bei der Trockenlegung des Teiches in Malovary im 18. Jahrhundert gefunden. Vermutlich blieb auch - als eines seiner Relikte - das hohe Portal an der Kreuzung der Straßen nach Bdín und Neuměřice erhalten.
VELVARY - WELWARN
Die Gemeinde wurde an dem von Prag nach Sachsen führenden Weg gegründet. Der Siedlungsname Velvary fand im Jahr 1282 (nach anderen Autoren im Jahr 1088) im Verzeichnis des Vyšehrader Kollegiatkapitels zum ersten Mal urkundlich Erwähnung. Am 4. April 1482 wurde Velvary im Majästetsbrief des Königs Vladislav II. von Ungarn und Böhmen zur Königsstadt erhoben. Mit dem Stadtrecht verbunden waren die Genehmigung den Ort zu befestigen und Tore zu errichten und das Meilen- und Mautrecht. Die Stadt erhielt auch die Genehmigung, einen Jahrmarkt anlässlich St. Simon und Judas am 28. Oktober abzuhalten. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt mehrmals geplündert und am 30. Oktober 1693 durch die Schweden unter Feldmarschall Banner verbrannt. Die ursprünglich gotische St. Katharinakirche wurde später im Stil der Renaissance, des Barocks und der Neugotik umgebaut. Seit der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde sie als Pfarrkirche erwähnt. Neben der Kirche stehen die Statuen der Hl. Katharina und des Hl. Joseph, beide stammen aus der Werkstatt des Bildhauers A. Střevský von Velvary. Das Erdgeschoss des Rathauses (das Haus Nr. 1 auf dem Platz) wurde in den Jahren 1618-1620 im Stil der Spätrenaissance nach Entwurf des italienischen Architekten Santini Malvazione umgebaut. Der barocke Umbau des Rathauses erfolgte in den Jahren 1723-1724 vom Meister Johann Wolf. In den Jahren 1793-1797 wurde das Gebäude nach Entwurf von Ignac Palliardi noch umfangreicher umgestaltet. Die Mariasäule auf dem Platz stammt aus den Jahren 1716-1719 und wurde in der Werkstatt der Leitmeritzer Bildhauer František und Matěj Tollinger und des Steinmetzen Antonín Falke gehauen. Sie wird von den Statuen der Hl. Wenzel, Prokop, Sebastian und Florian umgeben. Den Gipfel der Säule schmückt die Statue der Hl. Maria Immaculata.
Das Gasthaus Panská hospoda (Das Herrengasthaus) wurde in den Jahren 1696-1698 vom Prager barocken Erbauer Paul Ignatz Bayer ausgebaut. Zu weiteren interessanten Baudenkmälern zählen z.B. die Renaissancehäuser - das Bárta Haus Nr. 8, Reduta Nr. 57, das Haus U Zlaté hvězdy (Zum goldenen Stern) mit einem Bogengang und das spätbarocke Haus Nr. 115. In der Vorstadt in Richtung Kralupy nad Vltavou (Kralup an der Moldau) befindet sich eine im Stil der Spätrenaissance von Santini Malvazione erbaute Friedhofkirche St. Georg. Ihr Bau erfolgte in den Jahren 1613-1616.
NEUMĚŘICE - NAUMERITZ
Die Ersterwähnung fällt auf das Jahr 1158 zurück. Zu den berühmtesten Persönlichkeiten der Gemeinde gehörte Martin Bacháček Nauměrský von Nauměřice, im Jahr 1539 auf dem Cardovský Bauernhof Nr. 1 geboren. Er war ein bedeutender Astronom, Mathematiker und Rektor der Prager Universität. Gewissermaßen ist er auch als Vorgänger des Comenius zu bezeichnen. Seinen Namen trägt die hiesige Grundschule, die im September 1885 geweiht und eröffnet wurde. Von Frühling bis Herbst 1919 und im Jahr 1920 wurde die Gemeinde zum Zentrum der Arbeiterstreiks. Im Jahr 1929 wurde in Neuměřice ein Fußballverein gegründet. Die Dorfkapelle stammt aus dem Jahr 1800.
KAMENNÝ MOST – KAMENEMOST
Laut Vyšehrader Urkunde aus dem Jahr 1088 schenkte König Vratislav II. dem Vyšehrader Kollegiatkapitel drei Joch Ackerland in Kamenný Most. Aus dieser Gemeinde stammte auch die Familie des berühmten Bürgermeisters in Slaný Bartoš Pták (Ptáček) von Kamenemost, der in den Jahren 1444-1487 auch als Justiziar tätig war.
ZVOLENĚVES - LOSDORF
Das Dorf erscheint urkundlich erstmals im Jahr 1318. Die Wladiken bewohnten eine Feste, die an der Stelle der heutigen Schlossruine auf einer Anhöhe hinter dem Dorf stand. Sie wurde im Jahr 1401 erstmals erwähnt. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die gotische Feste im Renaissancestil umgebaut und in ihrer Nachbarschaft um eine neue Brauerei erweitert. Anstelle der ursprünglichen Feste wurde ein barockes Schloss erbaut. Sein Gebäude wurde für Büros und Wohnungen der Herrschaftsbeamten genutzt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein neues Schloss erbaut. Die ursprüngliche gotische St. Martinkirche erscheint urkundlich erstmals im Jahre 1352. Um das Jahr 1745 erfolgte ihr barocker Umbau. In die Mauern des Presbyteriums sind die Grabsteine aus dem 16. und 18. Jahrhundert eingelassen. Die Gruftkapelle der hiesigen Adeligen wurde im Jahr 1810 zum Speicher umgebaut. In der westlichen Mauer des Speichers blieb der Umriss der ursprünglichen Kapelle erhalten. Das spätbarocke Pfarrhaus stammt aus dem Jahr 1808. Der umfangreiche Komplex der Zuckerfabrik wurde in den Jahren 1858-1859 ausgebaut. Im Jahr 1921 fiel die Zuckerfabrik einem Großbrand zum Opfer und an ihrer Stelle wurde eine neue für ihre Zeit sehr moderne Zuckerfabrik ausgebaut. Am Ende der 90. Jahre des 20. Jahrhunderts wurde ihre aufwendige Modernisierung durchgeführt. Im Jahr 2000 wurde sie als letzte Zuckerfabrik in dieser Region geschlossen.
PODLEŠÍN - PODLESCHIN
Die Gemeinde befindet sich im Tal des St. Georgbaches (Svatojiřský potok). Die Ersterwähnung geht auf das Jahr 1052 zurück. Damals stand hier eine Burg. Im Jahr 1088 verblieben drei Joch Ackerland mit Weingärten im Besitz der Vyšehrader Kirche. In der Umgebung standen die heute schon verschwundenen Kohlengruben der Prager Eisengesellschaft und eine Eisenerzgrube. In der Schrift „Soupis památek historických a uměleckých v politickém okresu Slánském“ (Liste der historischen und künstlerischen Denkmäler im politischen Bezirk Schlan) wird auch die in der Umgebung der Gemeinde Begräbnisstätte der La-Tène-Zeit erwähnt. Hier wurden bronzene Armbänder und Duxer Fibeln freigelegt. Unter Naturdenkmalschutz steht die sog. Podlešínská jehla (Podleschiner Nadel). Es handelt sich um eine Arkose von Ledec (Ledetz), die aus dem Oberkarbon stammt. Im Dorf dominiert die unter Denkmalschutz stehende Eisenbahnbrücke. Zu hiesigen Baumdenkmälern zählen die kleinblättrige Linde neben dem Haus Nr. 114 und die Sommereiche neben dem Haus Nr. 51.
KNOVÍZ
Seine prähistorische Besiedlung belegen zahlreiche Funde, die verschiedene Zeitepochen repräsentieren – von der jüngeren Altsteinzeit und der Spätsteinzeit bis zur jüngeren Bronzezeit. Aus letzterer entwickelte sich die Knoviz-Kultur, die später in die Bylany-Kultur überging. Neben den Nutzgegenständen und Menschen- und Tierknochenfunden wurden auch vereinzelte Menschenknochen mit Schlagspuren freigelegt. Dies lässt auf rituellen Kannibalismus schließen. Die Ersterwähnung des Dorfes geht auf das Jahr 1088 zurück. Im Jahr 1305 wurde das Dorf von König Wenzel II. der privilegierten Königstadt Slaný geschenkt. Die Allerheiligenkirche diente schon im Jahr 1352 als Pfarrkirche. Die ursprünglich gotische Kirche wurde im 18. Jahrhundert um die Sakristei erweitert. Im Jahr 1846 erfolgte ihr Umbau. In den Jahren 1993-1994 und 2005 wurde sie renoviert. An der Ausfahrt aus Knovíz Richtung Bradnýsek sehen wir linker Hand ein interessantes Sandsteingebilde, das „Husova kazatelna“ (die Hus-Kanzel) genannt wird.
Gesamtlänge:33 km. Der Weg ist für Touristik und Radtouristik geeignet. Die Route führt über die Gemeinde- und Kreisstraßen.
Slaný – Dolín 3,5 km
Dolín – Hobšovice 4 km
Hobšovice – Nabdín 3,5 km
Nabdín – Velvary 3,5 km
Velvary – Neuměřice 5,5 km
Neuměřice – Kamenný Most 1 km
Kamenný Most – Zvoleněves 2,5 km
Zvoleněves – Podlešín 2 km
Podlešín – Knovíz 2,5 km
Knovíz – Slaný 5 km
Městský úřad Slaný, Velvarská 136, 274 01 Slaný, ústředna: 312 511 111, fax: 312 522 771
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