5. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný
Schlan – Brunnendorf – Risut – Rasen – Kornhaus – Schlan
Unsere Wanderung startet wieder direkt am Informationszentrum auf dem Masaryk-Platz (im Gebäude des ehemaligen Piaristenkollegs Nr. 159). Wir passieren die Hus-Straße, folgen der Wilson-Straße, dann gehen wir über die Lacinova-Straße an der Mehrzweckhalle vorbei Richtung Studeněves.
STUDENĚVES - BRUNNENDORF
Die archäologischen Funde aus dem Jahr 1893 beweisen, dass die Gegend schon in der Urzeit besiedelt war. Beim Bau des Ziegelofens in der Clam-Martinic Ziegelfabrik fanden die Arbeiter in einer Tiefe von 4 m die Fragmente aus dem Quartär – Tongefäß, Scherben von größeren Gefäßen, Tier- und Menschenknochen. Das Dorf wurde im Jahr 1372 erstmals schriftlich erwähnt. Besonders bedeutsam war die Entdeckung der Kohle in der Umgebung des Dorfes in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die wichtigste Grube des hiesigen Reviers war die Grube Louisa. Der Abbau endete hier am 2. April 1904. Nach dem Bericht aus dem Jahr 1887 standen hier ein Pflughof und eine Zuckerfabrik, die zusammen mit den Steinkohlegruben im Besitz des Grafen Jindřich von Clam-Martinic verblieben. Im Jahr 1904 waren die Zuckerfabrik und die Dampfmühle in Betrieb. Die ursprüngliche Feste stand anstelle des Getreidespeichers und weiterer Wirtschaftsgebäude des Pflughofes.
Von Slaný über Studeněves und Přelíc (Pschelietz) führte nach Šternberk (Sternberg) und Smečno (Smetschno) die Schmalspurbahn. In der Gegenwart sind nur ihre bescheidenen Fragmente zu sehen.
ŘISUTY - RISUT
Am Standort „Na Kopcích“ wurden die Hockergräber der Aunjetitzer Kultur freigelegt. Diese Funde bestätigten prähistorische Besiedlung des Dorfes. Seine Ersterwähnung geht auf das Jahr 1316 zurück. Die Kirche des Heiligen Jakobus des Älteren war im gotischen Stil ausgebaut. Der spätere barocke Umbau erfolgte im 18. Jahrhundert. Vor der Kirche steht der barocke Holzglockenturm mit steinernem Sockel.
Das Haus Nr. 14 ist ein interessantes Beispiel des barocken Bauernhofs in dieser Region. An das Dorf knüpfen sich die Sagen „Alena von Risut“ und „Sage von der Burg Risut“.
Wir nehmen den Weg über Malíkovice (Malkowitz) Richtung Drnek.
DRNEK - RASEN
Der Gründung des Dorfes ging der Ausbau vom größten Wirtschaftshof der Herrschaft Smečno (Smetschno) - Hof Martinice (Martinitz) voraus. Der Graf Adolf Bernard von Martinic gründete im Jahr 1726 in der Nähe des Hofs zwei neue Ortschaften – Nová Studnice (Neubrunn) und Drnek. Im Jahr 1759 wurde im Dorf die erste Schmiedewerkstatt geöffnet. Im Jahr 1841 wurden beide Ortschaften der Gemeinde Malíkovice (Malkowitz) unterstellt. Im Jahr 1924 wurde Drnek eine selbstständige Gemeinde.
Vom Jagdpavillon bei Drnek (Rasen)
Im Jahr 1902 ließ der Graf Jindřich Clam-Martinic bei Drnek im unteren Teil des verschwundenen Dorfes Svídná einen Jagdpavillon ausbauen, der dem Grafen und seinem Gefolge nach dem Jagd, als Ort der Labung und Erholung diente. Das verschwundene Dorf Svídná befand sich unweit von Drnek.
Das verschwundene Dorf
In der Schrift „Soupis památek historických a uměleckých v politickém okresu Slánském“ (Liste der historischen und künstlerischen Denkmäler im politischen Bezirk Schlan) erwähnt Ferdinand Velc „ein verschwundenes Dorf, das 1,5 km westlich von Malíkovice lag, oben im Wald, das Svídná genannt wird.“ Das Dorf Svídná wurde schon im Jahr 1373 schriftlich belegt. Wann und warum das Dorf verlassen wurde, weißen wir nicht. Vom Dorf Svídná wurde jahrelang geschwiegen und vielleicht nur die Sage von der Entstehung der Kirche in Malíkovice erinnerte sich daran. Die Leute kannten den Wald und die Quelle „Zámecké víno (Schlosswein)“. In den 60. Jahren des 20. Jahrhunderts wurde auf Veranlassung des Archäologen PhDr. Zdeněk Smetanka mit der Forschung des verschwundenen Dorfes begonnen. Das Dorf wurde lokalisiert und freigelegt. Nachdem die Dokumentation des Fundortes vorgenommen wurde, wurden die Restruinen der Häuser wieder mit Erde zugeschüttet und die Fundstelle in den ursprünglichen Zustand gebracht.
Der Hof Martinice (Martinitz)
Den Hof Martinice ließ der Graf von Smečno Jiří Adam Bořita von Martinic im Jahr 1711 ausgebaut.
Das verschwundene Dorf mit der Feste Humniště
Der Hof Martinice wurde ungefähr anstelle des Dorfes Humniště ausgebaut. August Sedláček schreibt in seinem Buch „Hrady, zámky a tvrze královstí českého (Burgen, Schlösser und Vesten des Königreichs Böhmen)“ folgendes: „Der Hof stand auf einer Hügelzunge, die auf drei Seiten von tiefen Waldtälern umschlossen war. Am Ende der Hügelzunge stand eine Feste, die von allen Seiten durch einen breiten Graben geschützt war. Die Feste war viereckig und von einer mächtigen Festungsmauer mit zwei Basteien an ihren Ecken umschlossen. Auf der östlichen Seite stand eine im Grundriss rechteckige türmige Bewohnung. So war es vor vielen Jahren, heute ist alles ganz zerstört, kein Stein blieb auf dem anderen, zumal dieser hier zweifellos abgebaut wurde.“
Zwischen der Hügelzunge mit der Feste, die Staré hrady (Alt-Burgen) genannt wurde, und jetzigem Hof befand sich das Dorf Humniště. Vom Hof Martinice ist es nicht weit zur Straße von Mšec nach Slaný, zur Bushaltestelle beim Forsthaus Ostroh. Von hier aus nehmen wir den Weg nach Mšec.
MŠEC - KORNHAUS
Die tschechische Benennung des Dorfes Mšec befindet sich im Bericht über den bekannten Wladika Dcheř von Mšec (1316-1318). Das Pfarrhaus in Mšec wurde schon im Jahr 1352 erwähnt. In derselben Zeit stand hier schon vermutlich auch die St. Katharinakirche. Das Schloss wurde um die Jahrhundertwende (16./17. Jh.) anstelle der ursprünglichen mittelalterlichen Feste ausgebaut. Im Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts wurde das Schloss mehrfach umgebaut. Die barocke St. Katharinakirche wurde im Jahr 1780 anstelle der ursprünglichen Kirche aus dem Jahr 1352 erbaut. Das Pfarrhaus stammt ebenfalls aus dem Jahr 1780. Sehenswert ist auch das Haus Nr. 51 „U Kněžáků“ mit Statuen des Hl. Johannes von Nepomuk und des Hl. Joseph, die in zwei Nischen stehen. In der Nischenkapelle vor der Kirche fehlt die Statue des Hl. Wenzel.
Gesamtlänge: 32 km. Der Weg ist für Touristik und Radtouristik geeignet. Die Route führt über die Gemeinde- und Kreisstraßen.
Slaný – Studeněves 3,5 km
Studeněves – Řisuty 3 km
Řisuty – Drnek 4,5 km
Drnek – Mšec 6,5 km
Mšec – Slaný 14,5 km
Městský úřad Slaný, Velvarská 136, 274 01 Slaný, ústředna: 312 511 111, fax: 312 522 771
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